Wir sind die Westroute durch Afrika selbst gefahren: 23.000 Kilometer, 21 Länder, 140 Tage von Hamburg bis Kapstadt. Historisch gibt es drei Wege, Afrika zu durchqueren. In der Realität ist aktuell nur eine Route möglich. Warum das so ist, wie die Westroute verläuft und was du über Sicherheit, Reisezeit und Dauer wissen solltest, bevor du ernsthaft planst.
Der letzte Tag in Europa, danach ging es auf die Fähre. Von hier sind es 23.000 Kilometer bis Kapstadt.
Die legendärste Art, die Sahara zu durchqueren, wäre die zentrale Route: über Algerien in den Niger, die klassische Linie der alten Sahara-Expeditionen. Aktuell ist sie unrealistisch. Im Niger besteht in zahlreichen Regionen ein hohes Risiko von Entführungen, Gewaltkriminalität und Terroranschlägen, und auch im Norden Nigerias besteht ein erhebliches Risiko für terroristische Angriffe von „Islamic State West Africa (ISWA)" und Boko Haram. Für die Nachbarländer Mali und Burkina Faso bestehen ebenso deutliche Reisewarnungen. Diese Route ist damit auf absehbare Zeit keine Option.
Die Ostroute führt von Ägypten in den Sudan und weiter nach Äthiopien. Im Sudan herrscht seit April 2023 Krieg zwischen Militär und paramilitärischen Gruppen, und auch die Lage im Norden Äthiopiens ist volatil. Wer trotzdem über den Osten fahren will, kann das Auto per Schiff nach Mombasa in Kenia verschiffen und von dort nach Süden fahren. Das ist eine schöne Reise, aber ehrlicherweise eher eine halbe Trans-Afrika.
Bleibt die Westroute über Marokko, die Westsahara und Mauretanien in den Senegal, dann die Atlantikseite des Kontinents hinunter bis nach Südafrika. Es ist die längste Route und die Strecke, die durch die meisten Länder führt, aber auch die einzige realistische Route aktuell. Bei uns waren es am Ende 23.000 Kilometer und 140 Tage.
Die Reise beginnt symbolisch perfekt mit einer Fährfahrt: meistens von Algeciras in Südspanien nach Marokko, anderthalb Stunden, rund 200 Euro für zwei Personen und ein Auto. Danach geht es durch Marokko und die Westsahara an die mauretanische Grenze, mitten in der Wüste. Diese Grenze ist die komplexeste der gesamten Route, und sie kommt gleich am Anfang. Das ist eine gute Nachricht: Wenn du sie geschafft hast, hast du die anstrengendste Grenze hinter dir.
Ab dem Senegal beginnt Westafrika, und mit ihm der dichteste Teil der Reise: Gambia, Guinea, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Nigeria. Wahlweise sogar noch mit Sierra Leone und Liberia. Danach kommt Zentralafrika mit Kamerun, der Republik Kongo und einem kurzen, intensiven Stück Demokratische Republik Kongo, bevor Angola, Namibia und Südafrika den Süden einläuten. Jeder dieser Abschnitte hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Landschaft und seine eigenen Überraschungen. Nordafrika von Marokko bis Mauretanien ist durch die Wüste geprägt, Westafrika ist dicht besiedelt, farbenfroh und hat viel Strand, Zentralafrika wird durch den Regenwald dominiert, und ab Angola öffnet sich die Landschaft wieder. Jeder Abschnitt und jedes Land haben ihren eigenen Reiz und ihre eigenen Besonderheiten. Im Reiseführer gehen wir auf jedes Land detailliert ein, zeigen Visums-Beschaffung, Grenzen, Besonderheiten und teilen unsere Highlights.
Festgefahren im Flussbett, Namibia. Mit Schaufel, Sandblechen und Schieben kommt man fast überall wieder raus.
Die spontane Antwort ist ja. Die Westroute ist aktuell sehr gut fahrbar. Alle Grenzen sind offen, und die Länder oder zumindest die Regionen, durch die du auf der klassischen Strecke fährst, sind sicher. Wichtig ist aber auch zu verstehen, dass es Nachbarländer und Grenzregionen gibt, die du meiden solltest. Dazu zählen Mali, Burkina Faso und der Niger, der Norden Nigerias, der Norden von Ghana, Togo und Benin sowie der Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dort gibt es Entführungen, Terrorgruppen oder anhaltende bewaffnete Konflikte.
Die klassische Route selbst ist ein sicherer Korridor, aber sie verlangt, dass du weißt, wo der Korridor verläuft und wo er endet.
Die beste Reisezeit ist der europäische Winter, grob von September bis Mai. Viele Overlander starten im September oder November in Marokko, wir sind Anfang Dezember losgefahren. Damit umgehst du zwei Dinge gleichzeitig: die extreme Sommerhitze in der Sahara, in Marokko und Mauretanien, und die Regenzeit in West- und Zentralafrika, die klassischerweise zwischen Mai und November liegt. Hältst du dieses Fenster ungefähr ein, kommst du in Namibia und Südafrika zum dortigen Herbst an. Eine gute Zeit mit milden Temperaturen, wenig Regen und weniger Touristen.
Wir haben Overlander getroffen, die sich ein ganzes Jahr Zeit nehmen, und ein Paar, das die Route in zwei Monaten durchgezogen hat. Wir waren 140 Tage unterwegs. Das war gut, aber ehrlicherweise etwas knapp.
Unsere Empfehlung sind sechs bis sieben Monate. Das gibt dir genug Zeit, die Länder wirklich kennenzulernen, kleine Umwege zu fahren und Puffer zu haben für das Unvorhergesehene: Krankheit, Werkstattaufenthalt, Verzögerung beim Visum. Und es hat einen sehr konkreten Nebeneffekt: Du kannst bei den Visa die günstigere Standardoption wählen, statt die Expressvariante zu zahlen, die meist rund 30 Prozent mehr kostet.
Deine grobe Route steht fest. Du musst nur entscheiden, ob du Sierra Leone und Liberia besuchen willst, welche Grenze du von Nigeria nach Kamerun nimmst und wie du deine Zeit im südlichen Afrika verbringen möchtest. Dazu die Fragen unabhängig von der Route: welches Fahrzeug, welche Visa in welcher Reihenfolge, wie viel Budget, wie die Grenzen ablaufen, wo du nachts stehst. Genau das haben wir in unserem Reiseführer aufgeschrieben.
Wir empfehlen sechs bis sieben Monate. Wir selbst waren 140 Tage unterwegs und hätten gern einen Monat mehr gehabt. Schneller als drei Monate wird die Reise zur reinen Fahrerei.
Der europäische Winter, idealerweise Start zwischen September und Dezember. So vermeidest du die Sommerhitze in der Sahara und die Regenzeit in West- und Zentralafrika.
Die klassische Strecke ist aktuell gut fahrbar, alle Grenzen sind offen. Es gibt aber Nachbarregionen, etwa Mali, den Niger oder den Norden Nigerias, die du meiden solltest. Respekt ja, Angst nein.
Wir haben alles, was wir auf 140 Tagen Trans-Afrika gelernt haben, in einem Reiseführer zusammengeschrieben: alle 16 Länderkapitel, jede Grenze Schritt für Schritt, die Visa-Übersicht für EU-Bürger, echte Kosten und die besten Stellplätze. Genau die Schritt-für-Schritt-Vorbereitung, die uns selbst gefehlt hat. Und wenn du lieber direkt mit uns sprichst: dafür gibt es die Beratung.